Mit ausschüttenden Fonds regelmäßige Erträge erzielen

Wer auf der Suche nach laufenden Erträgen ist, findet mit ausschüttenden Fonds eine interessante Lösung. Diese Fonds zeichnen sich durch regelmäßige Ausschüttungen aus. Das Besondere daran ist, dass im Gegensatz zu klassischen Dividendenfonds die Erträge mehrfach im Jahr ausgeschüttet werden. Das gibt Anlegern eine hohe Planungs- und Kalkulationssicherheit, denn häufig ist die Höhe der Ausschüttungen im Vorfeld bekannt. In Niedrigzinsphasen ist das eine durchaus attraktive Alternative.

Planbarkeit durch regelmäßige Erträge
Wer mit seiner Geldanlage nicht nur langfristig einen Wertzuwachs erzielen, sondern auch regelmäßige Erträge erhalten möchte, braucht ein professionelles Auszahlungsmanagement. Das kann umgangen werden, indem auf Fonds gesetzt wird, die regelmäßige und planbare Ausschüttungen als Ziel haben. Der Vorteil dieser Fonds ist, dass mit ihnen sich auch in turbulenten Marktphasen eine hohe Planungssicherheit erzielen lässt. Kursschwankungen durchstehen, um am Ende seines Anlagehorizontes einen Gewinn zu erzielen, ist das eine. Etwas anderes ist es, wenn man bereits zwischenzeitlich Ausschüttungen haben möchte, um beispielsweise laufenden Verpflichtungen nachzukommen. Lange Zeit haben sich dafür zwei Sachen angeboten. Entweder in ausschüttende Fonds investieren oder einen Auszahlplan entwickeln. Ersteres ist häufig nicht effektiv genug, zumal viele Fonds auch nur einmal im Jahr ausschütten. Das zweite ist in der Regel äußerst komplex und erfordert ein laufendes Eingreifen seitens des Anlegers.

Funktionsweise eines Investmentfonds

Unterschiedliche Anlagestrategien der Anbieter
Seit einiger Zeit gibt es Fonds, die genau dieses Problem lösen. Ihre Strategie sieht vor, dass Anleger eine planbare Ausschüttung erhalten. Die Unterschiede zu klassischen Dividendenfonds sind, dass es sich erstens hierbei um eine planbare Ausschüttung handelt. Häufig ist die Ausschüttungshöhe sogar im Vorfeld fest verankert. Zweitens erfolgen die Ausschüttungen mehrmals im Jahr. Dazu bedienen sich solche Fonds verschiedener Strategien. Die einen setzen auf starke Dividendentitel. Andere wiederum gehen einen Schritt weiter und erzielen zusätzliche Erträge, beispielsweise durch den Einsatz von Optionsstrategien. Für Anleger, die nicht den langfristigen Kurszuwachs, sondern regelmäßige Erträge im Blickpunkt haben, bringen diese Fonds in jedem Fall einen entscheidenden Vorteil. Sie haben nicht nur eine hohe Planungssicherheit. Bei vielen Fonds kennen sie sogar bereits im Vorfeld die Ausschüttungshöhe. Ein Blick auf diese Fonds zeigt auch, dass die Ausschüttungen in der Regel nicht nur über dem aktuellen Zinsniveau liegen. Sie liegen häufig auch über dem, was klassische Dividendenfonds ausschütten können.

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Mit einem Volltilgerdarlehen Geld sparen und eine absolute Planungssicherheit bekommen

Geld sparen bei der Finanzierung

Gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase bieten Volltilgerdarlehen eine attraktive und nahezu für jeden bezahlbare Finanzierungsvariante. Denn Volltilgerdarlehen bieten eine absolute Zinssicherheit und gleichbleibende Monatsraten für die komplette Darlehenslaufzeit. Weiterhin werden höhere Tilgungssätze von den Kreditinstituten mit attraktiven Zinssätzen belohnt, was Zinsrabatte bis zu 0,30 Prozentpunkten bedeuten kann.

Was ist ein Volltilger-Darlehen
Bei einem Volltilgerdarlehen, auch Konstantdarlehen genannt, wird anders als bei einem klassischen Annuitätendarlehen nicht der jährliche Tilgungssatz vorgegeben, sondern im Voraus der Zeitraum bestimmt, in dem das Finanzierungsobjekt schuldenfrei sein soll. Aus der Laufzeitlänge resultiert dann die Tilgungshöhe. Beachten sollte man, dass je kürzer die gewählte Laufzeit ist, desto höher ist der nötige Tilgungsanteil und umgekehrt. Volltilgerdarlehen sind sowohl mit einem normalen Darlehen, einem Forward-Darlehen als auch mit einem KfW-Darlehen kombinierbar. Zudem bieten einige Kreditinstitute auch bei Volltiger-Darlehen ein optionales Sondertilgungsrecht sowie einen Tilgungssatzwechsel an.

Wie sollte der Staat den Erwerb von Wohneigentum fördern?

Volltilger-Darlehen sparen nicht nur bares Geld, sondern geben auch Planungssicherheit
Ein Volltilger-Darlehen mit einer Zinsfestschreibung von 15 Jahren hat aktuell ca. einen Zinssatz von 2,26 Prozent. Trotz des hohen Tilgungsanteils fällt die monatliche Belastung für ein Darlehen in Höhe von 150.000 Euro mit 985 Euro geringer aus als der langfristige Durchschnitt für Annuitätendarlehen mit 1 Prozent Tilgung. Volltilgerdarlehen gibt es mit einer Laufzeit von bis zu 30 Jahren. Möchte man sein Darlehen z. B. in 20 Jahren komplett abbezahlt haben, muss man derzeit anfänglich etwa 3,75 Prozent tilgen. Wer bereits in 15 Jahren völlig schuldenfrei sein möchte, benötigt eine Tilgungshöhe von 5,51 Prozent. Finanzierungsinteressierte sollten sich jedoch vor dem Vertrag genau überlegen, wie die Finanzierung ausgestaltet sein soll, damit sie auf Dauer in der Lage sind, die hohen monatlichen Belastungen zu tragen. Denn bei einem Volltilger-Darlehen ist die Flexibilität bei der Tilgungsveränderung oder Sondertilgungsoption gegenüber eines normalen Annuitätendarlehens einschränkt.

Volltilgerdarlehen eignen sich vor allem für Anschlussfinanzierungen. Die Restschuld ist hier bereits kleiner. Der Zinsaufschlag für höhere Beleihungen ist somit reduziert und an die bisherige höhere Rate hat man sich schon gewöhnt. Dies ist eine ideale Situation für ein Volltilger-Darlehen.

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Beihilfeänderungen in Bayern und Sachsen-Anhalt

Krankenkassenkarte

Der Bayerische Landtag und der Landtag von Sachsen-Anhalt haben im Dezember 2016 für eine Änderung der Beihilfeverordnung zum 01.01.2017 beschlossen. Ich möchte dies aufgreifen und über die Änderungen nachfolgend informieren. In Bayern haben sich Änderungen ergeben, die die Situation von Alleinerziehenden Beamtinnen betrifft. In Sachsen-Anhalt gibt es Änderungen der Beihilfeverordnung und der Heilfürsorgeverordnung.

Art der Beihilfeänderung in Bayern
Bisher galt der Beihilfebemessungssatz von 70 Prozent nur für

  • Beamte in Elternzeit mit mehr als einem berücksichtigungsfähigen Kind (= Beihilfestatus 06)
  • Beamte, die während der Elternzeit einen Anspruch auf Beihilfe als berücksichtigungsfähiger Ehegatte hatten (= Beihilfestatus 03)
  • für alleinerziehende Beamte in Elternzeit mit einem berücksichtigungsfähigen Kind

Durch die Beihilfeänderung gilt der Beihilfebemessungssatz von 70 Prozent jetzt für die Dauer der Elternzeit unabhängig von der jeweiligen Familiensituation.

Das heißt:  Ab 01.01.2017 erhalten in Bayern auch Beamte in Elternzeit mit einem berücksichtigungsfähigen Kind bereits 70% Beihilfe, wenn sie

  • keine Möglichkeit auf eine beitragsfreie Familienversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)
  • keinen Anspruch auf Beihilfe als berücksichtigungsfähiger Angehöriger haben (weil dadurch sowieso schon 70 Prozent Beihilfeanspruch gegeben ist)
  • nicht teilzeitbeschäftigt sind oder nur eine Teilzeitbeschäftigung mit bis zu 30 Wochenstunden haben.
    Der persönliche Beihilfeanspruch erhöht sich in diesem Fall auf 70 Prozent, ausschließlich für die Zeit der Elternzeit.

Die Beamtinnen müssen durch den Beihilfebescheid einen Nachweis zur Umstellung der Krankenversicherung mit Beginn und Ende vorlegen, damit der private Vertrag bedarfsgerecht angepasst werden kann.

Durchschnittliche Höhe des monatlichen Elterngeldanspruchs in Deutschland

Art der Beihilfeänderung in Sachsen-Anhalt
In Sachsen-Anhalt entfällt ab dem 01.01.2017 die Kostendämpfungspauschale (jährlicher Selbstbehalt) für Beihilfeberechtigte rückwirkend erstmal nur für das Jahr 2014. Die Eigenanteile von 10 Prozent (mind. 5 EUR, max. 10 EUR) je Arzneimittel, Hilfsmittel und Fahrtkosten bis zur Belastungsgrenze von 2 Prozent der Bezüge bzw. 1 Prozent der Bezüge bei chronisch Kranken gelten allerdings unverändert fort. Eine Entscheidung wegen des Selbstbehaltes für die Jahre 2015 und 2016 ist noch nicht geklärt. Für Heilfürsorgeberechtigte entfällt ab diesem Zeitpunkt der Eigenanteil (Besoldungseinbehalt) auf Dauer.

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Die Pflegereform ist da – Die Lücke auch

Pflegedienst

Das Pflegestärkungsgesetz II ist wie geplant zum 1. Januar 2017 in Kraft getreten. Seit der Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung ist dies die bisher größte Reform. Es wurde ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt und die gesetzlichen Leistungen verbessert. Neben körperlichen Einschränkungen werden nun auch kognitive und psychische Beeinträchtigungen der Menschen berücksichtigt. Im Fokus steht in Zukunft der Grad der Selbstständigkeit. Zudem werden aus drei Pflegestufen fünf Pflegegrade.

Private Vorsorge wird dennoch erforderlich bleiben
Die rund 2,7 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden mit Wirksamwerden der Reform automatisch in die fünf neuen Pflegegrade übergeleitet und müssen keinen neuen Antrag auf Begutachtung stellen. Alle, die bereits Leistungen von der Pflegeversicherung beziehen, erhalten diese auch weiterhin in gleichem Umfang. Im ambulanten und stationären Bereich erhöhen sich die Leistungen teilweise deutlich. Obwohl die gesetzlichen Leistungen infolge der Reform künftig teilweise besser sein werden, besteht weiterhin eine Versorgungslücke. Eine zusätzliche private Vorsorge bleibt daher unersetzlich. Denn tritt der Pflegefall ein, sind Einkommen und Vermögen in der Regel schneller aufgebraucht als gedacht. Häufig ist sogar das Wohneigentum in Gefahr, und darüber hinaus können der Ehepartner und unterhaltspflichtige Kinder zur Zahlung herangezogen werden.

Was gibt es für Pflegegrade?
Die Pflegegrade orientieren sich am Grad der Selbstständigkeit. Es gibt 5 Pflegegrade und die bisherige Unterscheidung zwischen Pflegebedürftigen mit körperlichen Einschränkungen einerseits und mit kognitiven und psychischen Einschränkungen (insbesondere Demenzkranke) andererseits wird dadurch wegfallen. Im Zentrum des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs steht der pflegebedürftige Mensch, seine Selbständigkeit und seine Fähigkeiten, unabhängig davon ob er wegen körperlichen, kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen auf die Unterstützung durch Andere angewiesen ist. Dadurch wird die Pflegeversicherung auf eine neue Grundlage gestellt.

Statt drei Pflegestufen gibt es jetzt fünf Pflegegrade. Diese bilden den Unterstützungsbedarf eines Menschen besser als bislang ab. Für die Pflegebedürftigkeit ist der Grad der Selbständigkeit eines Menschen ausschlaggebend und damit verbunden die Frage: Was kann er oder sie noch alleine und wo benötigt er oder sie Unterstützung?

  • Pflegegrad 1 – geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 2 – erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 3 – schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 4 – schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 5 – schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung
Vermögensrisiko bei häuslicher und stationärer Pflege
Wie groß eine Versorgungslücke im Pflegefall sein kann, wird mit den beiden folgenden Beispielen aufgezeigt. Das erste bei häuslicher, ambulanter Pflege und das zweite bei einem stationären Aufenthalt in einem Pflegeheim.
Die Versorgungslücke im Pflegefall - zwei Beispiele aus der Praxis

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Was hat der Progressionsvorbehalt mit Elterngeld zu tun

Steuererklärung

Es gibt zwar auch Einnahmen für den Steuerzahler die nicht versteuert werden müssen – jedoch wird dann meist die Steuerlast über einen Umweg mit der Steuerklärung aber doch erhoben. Der Grund dafür ist der sogenannte Progressionsvorbehalt, der den Steuersatz steigen lässt. Der Progressionsvorbehalt greift unter anderem beim Arbeitslosen- und dem Kurzarbeitergeld, dem Elterngeld und dem Kranken- sowie dem Übergangsgeld.

Dadurch erhöhen steuerfreie Einkünfte die Abgabe
Beispiel Elterngeld: Das Elterngeld an sich ist steuerfrei. Wenn der Bezieher oder dessen mitveranlagter Ehepartner aber noch andere Einkünfte hat, werden diese Einkünfte und das Elterngeld vom Finanzamt zusammengerechnet. Die Gesamtsumme bestimmt dann den Steuersatz, der für die Einkünfte ohne Elterngeld gilt. Der Steuersatz ist nun höher als ohne Bezug von Elterngeld, was am progressiven Steuertarif mit einkommensabhängig steigenden Steuersätzen liegt. Mit einem sogenannten Progressionsvorbehaltsrechner des Bayerischen Landesamtes für Steuern können die finanziellen Auswirkungen verdeutlicht werden. Hat etwa ein Ehepartner in diesem Jahr ein steuerpflichtiges Arbeitseinkommen von 45.000 Euro und der andere Ehepartner erhält 5.500 Euro Elterngeld, muss das zusammenveranlagte Paar 11.372 Euro Einkommensteuer zahlen. Dies sind 764 Euro mehr als ohne Progressionsvorbehalt. Dies ist allein die Folge davon, dass das Arbeitseinkommen von 55.500 Euro einem höheren Steuersatz unterliegt als ohne Bezug von Elterngeld.

Immer mehr Väter nehmen Elterngeld in Anspruch

Progressionsvorbehalt sorgt für niedrige Gesamtsteuerlast
Den höheren Steuersatz begründet der Gesetzgeber mit dem Gedanken der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Denn ein Paar, welches wegen des Elterngeldes zusammen 55.500 Euro zur Verfügung hat, steht finanziell besser da, als mit einem Einkommen von 45.000 Euro. Die Gesamtsteuerlast ist jedoch trotz der höheren Besteuerung des Arbeitseinkommens geringer, als wenn das Paar die kompletten 55.500 Euro versteuern müsste. Der Progressionsvorbehalt sorgt dafür, dass das Finanzamt den Steuerzahlern weniger tief in die Tasche greift, als bei einer Besteuerung des Elterngeldes mit dem normalen Steuersatz. Zum gleichen Effekt, wie bei Ehepaaren die einer Zusammenveranlagung unterliegen, kommt es, wenn alleinstehende Personen neben Einkünften mit Progressionsvorbehalt auch zu versteuernde Einkünfte wie Arbeitseinkommen aus der Zeit vor ihrer Elterngeldzeit oder etwa Kapitaleinkünfte haben. Für welche Einkünfte der Progressionsvorbehalt gilt, ist im Paragraph 32b des Einkommensteuergesetzes geregelt. Ist man als Steuerpflichtiger davon betroffen, wird man mit dem nächsten Steuerbescheid gegebenenfalls zur Steuernachzahlung verpflichtet.

Empfehlung:
Um nicht von einer größeren Steuernachzahlung überrascht zu werden, sollte man bei Progressionseinkünften monatlich bereits einen Teil der Einnahmen zur Seite legen. Mit dem Progressionsvorbehaltsrechner kann man dies im Vorfeld gut kalkulieren.

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Selbstbehalt bei einer privaten Krankenversicherung keine Sonderausgaben

Krankenkassenkarte

Bei Privaten Krankenversicherungsverträgen werden häufig Selbstbehalte vereinbart. Es wird damit festgelegt, wie hoch die Eigenbeteiligung bei ambulanten oder stationären Leistungen ist. Der Versicherte kann so den monatlichen Beitrag reduzieren und auch durch die Leistungsfreiheit eine Beitragsrückerstattung von seinem Versicherer erhalten. Je höher der Selbstbehalt ist, um so größer wird die Beitragsersparnis. Strittig war bisher, ob die Aufwendungen innerhalb des Selbstbehaltes einkommensteuerrechtlich als Sonderausgabe abziehbar sind.

Nur die Grundversorgung ist abzugsfähig
Die Beiträge zur sogenannten Basisversorgung in einer Krankenversicherung sind in vollem Umfang als Sonderausgaben abzugsfähig. Werden bei einer privaten Krankenversicherung Tarife gewählt, die einen bestimmten jährlichen Selbstbehalt vorsehen, sind die Beiträge geringer. Da diese Beitragsersparnis nur auf dem Selbstbehalt beruht, wurde argumentiert, dass die bis zur Höhe des Selbstbehaltes getragenen Krankheitskosten wie die Beiträge zur Versicherung als Sonderausgaben zu berücksichtigen wären. Der Bundesfinanzhof hat dieser Auffassung jedoch widersprochen. Das Gericht stellte klar, dass das Gesetz ausdrücklich nur einen Abzug von Beiträgen zur Krankenversicherung vorsieht. Darum handelt es sich bei den selbst getragenen Krankheitsaufwendungen aber nicht.

Krankheitskosten nach Alter und Geschlecht 2006

Krankheitsaufwendungen innerhalb vom Selbstbehalt sind außergewöhnlichen Belastungen
Die selbst getragenen Krankheitsaufwendungen können nur innerhalb des Selbstbehaltes im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen berücksichtigt werden. Dabei wird allerdings eine einkommens- und familienstandsabhängige zumutbare Belastung angerechnet, sodass sich die bis zum Selbstbehalt getragenen Krankheitsaufwendungen nicht oder nicht in voller Höhe steuerlich ansetzen lassen. Diese steuerliche Ungleichbehandlung im Verhältnis zum Abzug bei Krankenversicherungen ohne Selbstbehalt verstößt nach Meinung des Bundesfinanzhofes nicht gegen Verfassungsgrundsätze. Laut dem Bundesfinanzhof ist dieses Ergebnis die Konsequenz für die Freiheit, seinen Krankenversicherungstarif zu wählen und sich für die im Einzelfall voraussichtlich günstigste Versicherungsvariante zu entscheiden.

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Was ist eigentlich ein Basiskonto?

Gerichtsurteile

Jeder Verbraucher hat seit dem 18. Juni 2016 Anspruch auf ein sogenanntes Basiskonto, das ihm grundlegende Zahlungsgeschäfte ermöglicht. Dazu gehören Ein- und Auszahlungen in bar, Überweisungen, Daueraufträge, Lastschriften und Kartenzahlungen. Das Geldinstitut ist jedoch nicht verpflichtet, dem Besitzer eines Basiskontos auch einen Überziehungsrahmen einzuräumen.

Gesetzliches Recht auf Zahlungsgeschäfte für alle
Die gesetzliche Pflicht, für Verbraucher Basiskonten anzubieten, trifft alle Bankinstitute, welche auch für andere Verbraucher Zahlungskonten führen. Die Bankinstitute dürfen das Konto nicht an einen festen Wohnsitz des Antragstellers binden. Somit steht der Zugang zu einem Basiskonto auch Obdachlosen offen, die postalisch über Angehörige, Bekannte oder eine Beratungsstelle erreichbar sind. Asylsuchende und Personen ohne Aufenthaltsrecht, die nicht abgeschoben werden, können ebenfalls ein Basiskonto beanspruchen.

Die Bankinstitute sind jedoch nicht verpflichtet, das Basiskonto kostenfrei zu führen. Die gesetzlichen Vorgaben schreiben lediglich vor, dass das Entgelt „angemessen“ sein muss. Wie dies genau definiert wird, müssen möglicherweise Gerichte klären. Das Basiskonto muss mindestens Ein- und Auszahlungen in bar, Lastschriften, Überweisungen, Daueraufträge und Kartenzahlungen ermöglichen. Bietet das Bankinstitut auch die Möglichkeit an, ein Konto online führen zu können, so muss sie dies auch für das Basiskonto anbieten.

Anzahl der Girokonten in Deutschland im Jahr 2015 nach Bankengruppen

Die Legitimation kann von den Bankinstituten gefordert werden
Ein Bankinstitut kann eine Kontoeröffnung auch ablehnen, wenn beispielsweise der Antragsteller bereits ein anderes Basiskonto in Deutschland hat oder er sich nicht ausweisen kann. Jedoch darf wegen fehlender Bonität oder einer schlechten Schufa-Auskunft ein Antragsteller nicht abgewiesen werden.
Wenn ein Bankinstitut dennoch einen Kontoeröffnungsantrag ablehnt, hat der Betroffene die Möglichkeit, sich bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zu beschweren. Dazu gibt es ein gesetzlich vorgesehenes Formular. Für den Beschwerdeführer ist das Bafin-Prüfverfahren kostenfrei. Wenn der Antrag zu Unrecht abgelehnt wurde, wird durch die Bafin die Konteneröffnung gegenüber dem Bankinstitut angeordnet.

Die Rechtsgrundlage für die Basiskonten ist das Zahlungskontengesetz. Viele Verbraucher hatten bis dahin keinen Zugang zu einem eigenen Girokonto. Dies hatte zur Folge, dass sie hohe Gebühren für Bar-Überweisungen zahlen mussten und Schwierigkeiten hatten, Gehälter oder Sozialleistungen zu empfangen. Für die Einrichtung ist es erforderlich, bei einer Bank einen Antrag auf Eröffnung eines Basiskontos zu stellen. Hierfür soll das gesetzlich vorgesehene Formular verwendet werden, dass die Bank dem Verbraucher kostenfrei zukommen lassen muss. Wenn das Bankinstitut auch einen Internetauftritt hat, so muss das Formular dort auch zum Abruf zur Verfügung stehen.

zum Beschwerdeformular – Basiskonto

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Fördermittel für Neubau und Umbau

Zuschüsse

Wer eine Immobilie kauft oder baut, steckt meist viel Geld in das Vorhaben. Die derzeitige Bauministerin Barbara Hendricks plant deshalb in Gegenden mit knappem Wohnraum Familien finanziell zu unterstützen. Für Neubau-und Umbaumaßnahmen bei Immobilien gibt es aber auch schon jetzt unterschiedliche Förderprogramme, die man als Bauherr nutzen kann.

Käufer und Eigentümer profitieren von verschiedenen Förderprogrammen
Immobilienkäufer und Immobilieneigentümer können von mehreren Fördertöpfen partizipieren. Dazu eine Auswahl der Möglichkeiten:

Niedrig verzinste Darlehen oder Zuschüsse
Privatpersonen haben die Möglichkeit niedrig verzinste Darlehen und Investitionszuschüsse bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu beantragen. Die angebotenen Förderprogramme eignen sich für Neubauprojekte und auch für Renovierungsprojekte. Wer als Eigentümer seine Immobilie modernisieren, einbruchssicher oder altersgerecht umbauen möchte, kann förderberechtigt sein. Wichtig zu wissen ist, dass man den Antrag vor Beginn der Baumaßnahme stellen und bei seinem Vorhaben die vorgegebenen Standards der KfW einhalten muss.

Jedes dritte Eigenheim ist renovierungsbedürftig

Für erneuerbare Energien
Für die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmebereich gibt es Zuschüsse vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Privatpersonen können allerdings erst nach der Inbetriebnahme der Wärmepumpe die Basisförderung im Gebäudestand stellen. Dies wird über den Heizungsbauer beantragt und muss innerhalb von neun Monaten erfolgen. Erstellt man einen Neubau, kann die Innovationsförderung beantragt werden. Dies muss jedoch vor Beginn des Vorhabens erfolgen.

Unverzinste Darlehen
Für den Erwerb einer Immobilie oder für Umbaumaßnahmen bieten auch die Bundesländer und teilweise Kommunen für Privatpersonen Zuschüsse an. Oft gibt es spezielle Maßnahmen für Familien, beispielsweise mit unverzinsten Darlehen. Der Antrag zu diesen Fördersummen muss meist vor Beginn der Maßnahme gestellt werden und ist in der Regel pro Jahr begrenzt. Die Wohlfahrtsverbände und Wohnberatungsstätten können hier mit Informationen zu Fördermaßnahmen unterstützen.

Um sich in dieser Vielzahl von Fördermaßnahmen zu recht zu finden, ist die Fördermitteldatenbank von www.foerderdata.de der febis Service GmbH sehr hilfreich.
Hier gelangen Sie zur Fördermitteldatenbank

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Bei guten Vorsätzen auch an die Finanzen denken

Brutto-Netto

In das neue Jahr startet fast jeder mit guten Vorsätzen. Die private Haushaltskasse wird dabei meist vergessen, wobei jetzt die Zeit wäre, mögliche Einsparmöglichkeiten auszuloten. Vor allem Menschen, bei denen das Geld immer knapp ist, sollten den Jahreswechsel nutzen, um ihre Finanzen besser in den Griff zu bekommen. Um sich unnötigen Finanzausgabenausgaben zu entledigen, gibt es hier sieben einfache Tipps.

Jahreskalender
Fast jedem ist es schon einmal passiert, dass man den Kündigungstermin für einen nicht mehr benötigten oder zu teuren Vertrag verpasst hat. Manchmal handelt es sich um eine früher einmal sinnvolle Reiseversicherung, eine ruhende Mitgliedschaft im Fitnessclub, ein überteuerter Strom- oder Handyvertrag. Um aus diesen Verträgen heraus zu kommen, muss man sich jetzt schon den nächst möglichen Kündigungstermin notieren. Der Geld und Haushalt – Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe bietet hierfür einen praktischen kostenlosen Haushaltskalender an. In diesen können Verbraucher alle ihre Fixkosten termingenau in Listen eintragen und den eigenen Einnahmen gegenüberstellen.

Mehr Informationen zum Haushaltkalender, bzw. die Downloadmöglichkeit gibt es unter: https://www.geldundhaushalt.de/Ratgeber/Planungshilfen/haushaltskalender.html

Die guten Vorsätze der Deutschen für das Jahr 2015

Versicherungscheck
Unnötige Versicherungskosten reißen oft ein nicht unerhebliches Loch in die Haushaltskasse. Der Grund dafür ist, dass viele Verbraucher ihre Versicherungsverträge im Ordner verstauben lassen, statt sie von Zeit zu Zeit zu überprüfen. Tarifvergleiche zeigen, dass mit einem Anbieterwechsel oft ein größerer Betrag an Ersparnis erzielt werden kann. Wichtig ist auch, die Verträge an veränderte Lebensverhältnisse anzupassen. Wenn zwei Versicherte geheiratet haben, können sie eine von zwei Hausrat-Versicherungen kündigen. Dies gilt auch für Paare ohne Trauschein, die an einem gemeinsamen Wohnsitz zusammenleben. Für die Privat-Haftpflicht, den Reisekranken- und Rechtsschutz reicht für Unverheiratete mit gemeinsamen Wohnsitz oft ebenfalls eine gemeinsame Versicherung aus. Dies gilt auch für Verheiratete. Eine Finanzanalyse ist hier eine sehr gute Möglichkeit eine Preis- und Leistungsübersicht zu erhalten.

Mehr Informationen zu einem Versicherungsvergleich gibt es unter:
https://www.efinanz24.de/index.php/haftpflichtversicherung.html
https://www.efinanz24.de/index.php/hausratversicherung.html
https://www.efinanz24.de/index.php/kfz-versicherung.html

Energiekosten
Mit ein paar einfachen Kniffen kann hier ebenfalls bares Geld eingespart werden. Ein Beispiel ist der Kühlschrank: Dieser muss nicht eiskalt sein, denn eine Temperatur von sieben Grad reicht aus. Ist das Kühlgerät nur 2 Grad kälter eingestellt, erhöht sich der Stromverbrauch um etwa 10 Prozent. Auch durch regelmäßiges Abtauen werden die Kosten verringert. Ein weiteres Beispiel ist die Heizung: Jedes Grad weniger im Zimmer senkt den Energieverbrauch um 6 Prozent. Auch hier kann mit einem Tarifvergleich des Strom- oder Gasanbieters bares Geld eingespart werden.

Mehr Informationen zu einem Strom- oder Gasanbietervergleich gibt es unter:
https://www.efinanz24.de/index.php/stromanbietervergleich.html
https://www.efinanz24.de/index.php/gasanbietervergleich.html

Ansparen statt Kredit
Wenn im Laufe des Jahres eine größere Anschaffung oder ein Urlaub ansteht, was nicht aus dem laufenden Gehalt oder dem Ersparten bezahlt werden kann, ist Ansparen sinnvoll. Wer 50 oder 100 Euro monatlich beiseite legt, hat später keinen Zwang einen Ratenkredit aufnehmen zu müssen, der dann Zinsen kostet. Das Sparen hat noch einen zweiten Vorteil: Wer es nicht schafft, jeden Monat beispielsweise 50 Euro beiseite zulegen, kann sich das Vorhaben eigentlich nicht leisten. Gibt es keine entsprechende Gehaltserhöhung, wird es auch schwer möglich sein, die Kreditrate in dieser Höhe zurückzahlen. In so einem Fall sollte man gut überlegen, ob man sich wirklich verschulden will.

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Belege-Mappe
Erst am Jahresende zeigt sich oft, dass sich das Sammeln von Belegen lohnt. Nimmt man als Beispiel die Zuzahlungen bei der gesetzlichen Krankenkasse: Hier hat der Versicherte die Möglichkeit, sich ab einer bestimmten Höhe von den Zuzahlungen befreien zu lassen. Auch wenn anfangs ein Überschreiten dieser Grenze nicht absehbar ist, so können unvorhergesehene Zuzahlungen für Medikamente oder Klinik-Aufenthalte im Jahresverlauf dazu führen. Auch für das Finanzamt zahlt sich das Anlegen einer Belege-Mappe aus. So können gesammelte Rechnungen für Handwerker, Haushaltshilfen, die Kinderbetreuung oder Arbeitskleidung und -mittel die Steuerlast reduzieren.

Online-Haushaltsbuch
Wenn man sparen will, muss man wissen, wohin das Geld tagtäglich verschwindet. Da das althergebrachte Haushaltsbuch vielen zu antiquiert erscheint, gibt es vom Geld und Haushalt – Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe auch eine Online-Variante, welche per PC, Smartphone oder Tablet geführt werden kann. Die Empfehlung dazu: Alle Kassenbons in einer Box sammeln und die Beträge abends oder unterwegs gleich online eintragen, um schon nach wenigen Wochen gezielt Einsparpotenziale aufdecken zu können.

Mehr Informationen zum Online-Haushaltkalender gibt es unter:
https://www.geldundhaushalt.de/online-planer/finanzchecker.html

Konsumverhalten
Da aber offline oder online Haushaltsbücher – wie andere gute Vorsätze auch – meist schnell als lästig beiseitegeschoben werden, kann ein Überdenken der Konsum-Gewohnheiten möglicherweise mehr einbringen. Dabei sollte sich jeder überlegen, wofür nebenher Geld ausgegeben wird, ohne einen Kassenbon zu bekommen. Ein belegtes Brötchen hier, der Coffee to go da: Das ist viel teurer, als sich von Zuhause für unterwegs etwas mitzunehmen.

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Schluss mit günstig: Die Kontoführungsgebühren kehren zurück

Beitragszahlung

Kostenlose Girokonten waren in den vergangenen Jahren bei zahlreichen Banken Usus. Viele Direktbanken boten ihren Kunden grundsätzlich ein Gratiskonto an und auch die Filialbanken machten mit, wenn auch häufig erst ab einem bestimmten monatlichen Geldeingang. Nun ist damit weitgehend Schluss. Immer mehr Geldinstitute führen die Kontoführungsgebühren wieder ein.

Die anhaltend niedrigen Zinsen machen den Banken nach wie vor zu schaffen. Im März 2016 entschied sich die Europäische Zentralbank (EZB) dazu, den Leitzinssatz auf Null Prozent zu senken. Durch diese Maßnahme können sich die Banken zwar sehr günstig Geld bei der EZB leihen. Doch dieser scheinbare Vorteil hat auch einen gravierenden Nachteil. Früher zahlte die EZB für Geldeinlagen Zinsen. Das ist nun vorbei. So können die Banken mit ihren Geldeinlagen kaum mehr Gewinne erwirtschaften. Im Gegenteil, sie zahlen sogar Strafzinsen, wenn sie ihr Geld bei der Europäischen Zentralbank lagern. Der Hintergrund ist die schwächelnde Wirtschaft im Euro-Raum. Mit dem niedrigen Zinssatz will die EZB Banken dazu animieren, sich Geld zu leihen und dieses ebenso günstig an die Verbraucher weiterzugeben. Diese sollen damit wiederum den Konsum ankurbeln und ihr Geld möglichst nicht auf Sparkonten parken.

Kreditausfälle kompensieren
Und der niedrige Zinssatz hat noch eine weitere Auswirkung. Die Banken erwirtschaften mit klassischen Geldgeschäften kaum noch Gewinne. Im Gegenzug zahlen sie jedoch immer mehr für das Filialnetz und Personal. So bricht vielen Banken langsam, aber sicher das Eigenkapital weg, das sie für etwaige Kreditausfälle benötigen. Für sie ist daher Vorsicht angebracht. Anstatt nun Kredite zu den geplanten günstigen Konditionen zu vergeben, parken zahlreiche Geldinstitute ihr Kapital lieber bei der EZB und nehmen die Strafzinsen in Kauf. Zugleich sind sie dazu gezwungen, sich die Gewinneinbrüche von ihren Kunden zurückzuholen – und zwar in Form von Gebühren. Experten zufolge lassen sich durch die Gebühren für Girokonten rund 8,7 Milliarden Euro einnehmen.

Die Gebühren kehren zurück
So können sich aktuell immer weniger Kunden über kostenlose Girokonten freuen. Einige Banken erheben nach wie vor bei hohen Geldeingängen keine Gebühren, auch junge Leute können oftmals von einem kostenlosen Konto profitieren. Alle anderen werden nun wieder zur Kasse gebeten. Für diese Gruppe der Verbraucher kann sich daher ein Bankenwechsel lohnen. Vor allem die Direktbanken werden nun noch interessanter. Da sie keine hohen Personal- und Filialkosten haben, können sie es sich vielfach noch leisten, kostenlose Konten anzubieten.

Wechsel des Kontos wird einfacher
Wer mit dem Gedanken spielt, die Bank zu wechseln, sollte sich daher überlegen, ob er auf eine persönliche Betreuung verzichten und seine Geldgeschäfte in Zukunft online und per Telefon erledigen kann. Im Gegenzug lässt sich so viel Geld sparen. Zumal ist ein Kontenwechsel seit September 2016 wesentlich einfacher geworden. Der Gesetzgeber hat entschieden, dass die Banken dazu verpflichtet sind, bei einem Wechsel des Girokontos alle Geldein und -ausgänge an die neue Bank zu übermitteln und zwar für die vergangenen 13 Monate. Dies lag zuvor beim Kunden und war mit ein Grund dafür, weshalb viele Verbraucher einen Kontenwechsel nicht in Erwägung zogen. So spricht nun noch ein Grund mehr dafür, zu einem günstigeren Konto umzuziehen.

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