IBAN ante portas: Die internationale Kontonummer goes Europe

Zu den großen, oft unerkannt vorbeigezogenen Momenten im Leben gehört die Eröffnung des ersten Girokontos bei der örtlichen Sparkasse oder Bank. Das Sparkonto wird oft noch von den Großeltern angelegt (und im Idealfall gefüllt), das Girokonto ist ein anderes Kaliber. Es führt in die Welt der Erwachsenen ein und füllt sich mit dem Verdienst des ersten Ferienjobs, des ersten Lehrgeldes oder der ersten Rate des BAFöGs. Viele bleiben – obgleich ein Wechsel günstiger wäre – ihrem Konto ein Leben lang treu. Schließlich kann man Banknamen, Bankleitzahl und Kontonummer im Schlaf hersagen. Doch damit ist es ab ersten Februar 2014 erst einmal vorbei.

Die IBAN hält Einzug
Denn die neue IBAN kommt als verbindliche nationale und internationale Kontonummer, die die vorher getrennten Zahlen von BLZ und Kontonummer kurzerhand zusammenzieht und auch noch Stellen hinzufügt. Die IBAN ist eine vielstellige Kombinationszahl, die den Bankverkehr sicherer machen soll und dem Bürger dafür das Opfer der im Schlaf vertrauten Bankverbindung abverlangt. Erst einmal muss man sich umgewöhnen. Aber so schlimm ist es für Inhaber deutscher Konten gar nicht. Denn die deutsche IBAN hat „nur“ 22 Stellen: Zuerst kommen zwei Buchstaben (DE) als Länderkennung, dann zwei Prüfzahlen, dann kommt schon die wohlvertraute Bankleitzahl und daran anschließend die ebenso bekannte gute, alte Kontonummer. Allerdings ohne jede Trennung zwischen den Stellen. Alles Gewohnheitssache vermutlich. Unglücklicher sind die Bürger anderer Länder. Ungarn mutet seinen Bürgern eine 28-stellige IBAN zu, Kuwait und Mauritius gar eine 30-stellige.

Freier Weg durch Europa
Das Europaparlament hat die IBAN-Verordnung durchgewunken, der Weg für die IBAN ist also frei. Geboren wurde sie übrigens aus der eigentlich gutgemeinten Idee der EU-Kommission, den Banken zu verbieten, für Überweisungen im Euroraum höhere Gebühren zu verlangen, als für die alten Inlandsüberweisungen. Sehr bald schon wird man auch die IBAN im Schlaf hersagen können. Und wohl noch seltener die Bank wechseln.

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